Gartentips

11. Oktober 2016
Die Gartler-Infos vom Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege Weilheim-Schongau e.V. können Sie hier abrufen:

Gartlerinfo Kreisverband WM-Schongau

Hilfe für Bienen

Liebe Gartenfreunde , wenn Ihr etwas Gutes für die Bienen und andere Insekten tun wollt, so wäre es sehr hilfreich, mit dem Abschneiden von Palmkätzchenzweigen zu warten, bis andere Sträucher zu blühen beginnen wie z. B. die Kornelkirsche. Dann ist es nicht mehr so schädlich, Palmzweige abzuschneiden. Wenn wir die Palmkätzchenzweige früher abschneiden, nehmen wir unseren Bienen und anderen Insekten die einzige Nahrungsquelle weg , die sie jetzt in der Natur finden können. ( Leider sieht man überall diese Zweige schon in Blumengeschäften zum Verkauf… ) Also, warten wir damit noch einige Wochen , denn es ist ja noch lange nicht Ostern!

Zum Thema Gartengestaltung:

Hier möchten wir Ihnen ein paar Anregeungen geben, wie Sie Ihren Garten schön und zugleich naturfreundlich gestalten können. Dies ist heute um so wichtiger, als man festgestellt hat, daß es heute viel weniger Insekten gibt als noch vor 20 Jahren. Da Insekten (insbesondere auch die Bienen) nicht nur für die Bestäubung unserer Nutzpflanzen unentbehrlich sind sondern auch als Nahrung für viele bedrohte Vogelarten , Frösche, Eidechsen usw. dienen, ist es wichtig , Ihnen Lebensraum zur Verfügung zu stellen. In unseren Gärten können wir den Insekten diese Möglichkeiten bieten , indem wir Blumen, Bäume oder Sträucher pflanzen, die ihnen als Nahrung dienen .

Apfelbaum

Wie wärs z.B. mit einem Apfelbaum ? (in kleiner Größe auch für kleine Gärten erhältlich). Seine Blüten sind Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten und erfreuen unser Auge. Nebenbei erhalten wir gesundes und frisches Obst . Bäume wie Weißdorn , Birke u.ä. sind für die meisten Gärten zu groß. Es gibt aber viele heimische Sträucher in unterschiedlichen Größen, wie z. Kornelkirsche (geht auch für Marmelade), Felsenbirne, Holunder usw.., deren Blüten Insekten lieben und die mit Blüte und Laubfarbe wunderschön anzuschauen sind. ( Andere Sträucher bieten den Insekten leider keinerlei Nahrung wie z.B. die Forsythie, die somit ausschließlich als Augenweide für uns Menschen dient.) Je mehr Bäume und Sträucher in ihrem Garten wachsen umso mehr Tiere profitieren davon !

Auch bei Heckenpflanzen gibt es große Unterschiede in der Nützlichkeit für Insekten : Thuja bzw . Lebensbaum, Kirschlorbeer oder Glanzmispel bieten keinerlei Nahrung, besser sind da schon einheimische Nadelgehölze wie Eiben für Liebhaber immergrüner Hecken . Einheimische Laubhecken sind dem allerdings vorzuziehen, wie z.B. Ahorn oder Buche.

 

 

Unter den Blumen sind gefüllte Blüten oft wertlos für Insekten. Einheimische Arten wie Blauer Bergeisenhut, Färberkamille, gewöhnliche Kuhschelle , Weidenrößchen ,Schlüsselblume, Wiesenschafgarbe, Wiesenknopf, Karthäusernelke Fllockenblume und viele mehr, sind nicht nur für die Insekten sondern auch für deren Nachwuchs (Raupen) wichtige Nahrungsquelle. (Viele Schmetterlingsraupen brauchen mehrere Monate bis ein Schmetterling aus ihnen wird, der dann oft nur ein paar Tage lebt.)

 

Beim Bundesamt für Naturschutz kann man sich z.B. erkundigen, welche Blumen einheimisch sind .
Außerdem kann man sich beim Kauf der Pflanzen in jeder guten Staudengärtnerei kompetent beraten lassen.Im Internet z.B. bei


Weiterhin kann man überdenken, ob man nicht Teile seines Rasens in Staudenbeete umwandeln könnte, da Rasen kaum Nutzen bringt. Einheimische Blumenwiesen wachsen allerdings nur auf sehr kargem Boden – wenn man eine mehrjährige Wildblumenwiese haben möchte. Das ist auf normalen Gartenboden meist nicht von heute auf morgen zu verwirklichen, da er zu nährstoffreich ist. Ein kleiner Steingarten mit Blumen und Kräutern ist nicht nur nützlich sondern ein schöner Blickfang. Aber bitte keine keine Steinwüsten aus Kies, was zwar vielleicht modern wirkt, für die Natur aber ohne Lebensmöglichkeit, also tote Fläche darstellt. Für einen funktionierenden Stein-oder Kiesgarten ist es wichtig, Kies mit feinanteil (am besten Wandkies 0/32mm) zu verwenden. Nur in diesem können sich Wildstauden halten und auch selber aussäen.

 

 

 

Brennnesseln können Sie getrost rausreißen, sie wachsen auch in der freien Natur zahlreich und wuchern schnell. Auch Löwenzahn muß nicht sein, er überwuchert vieles andere, wenn man ihn immer wieder mal raussticht, nimmt er aber nicht überhand und andere Blumen wie Margeriten können anwachsen. Unkrautvernichter sollte man im naturnahen Garten dazu selbstverständlich nicht verwenden.
Noch ein Wort zu Pflanzenschutzmitteln : Läuse an Rosen zum Beispiel kann man vorsichtig mit den Fingern abstreifen. Wenn man das 2 oder 3 mal in den nächsten Tagen macht, entsteht kein Schaden , da sich auch bald im naturnahen Garten Nützlinge wie der Marienkäfer einstellen und die Läusereste dann vertilgen. Dies funktioniert sehr gut, vorausgesetzt, die Rosen stehen am richtigen Platz, also Bodenbeschaffenheit , Sonne etc..
So spart man sich die Chemie im Garten, an der nicht nur die Schädlinge sondern auch die Nützlinge Schaden nehmen. Und wir Menschen letztlich selbst auch, denn alles hängt zusammen.
Mit verwilderten Gartenecken (Totholz, Steinhaufen) bieten wir weiteren ökologisch wertvollen Lebensraum, und sparen uns Arbeit.
Natürlich muß man Zeit und Arbeit in den Garten investieren, aber es lohnt sich .
Mit der Anlage von naturnahen Gärten kann jeder Gartenbesitzer einen Beitrag leisten, der in der Gesamtheit aller Gärten dann eine große Fläche bildet, die für das Leben von Insekten, Vögeln etc. wichtg ist und damit auch für uns Menschen.

 

Zum Thema Düngen:

 

Verwenden Sie doch mal Kaffeesatz als Dünger, besonders die Rosen mögen ihn sehr, aber auch andere Blumen oder Gemüse profitieren davon und gleichzeitig macht er die Erde schön locker. Denken Sie auch an Ihre Obstbäume ! Sie werde beim Thema Düngen oft vernachlässigt . Hier ist ein billiges, aber sehr wertvolles Mittel das Gesteinsmehl. Am Besten kurz vor dem Regen ausbringen und dabei rund um die Baumkrone streuen. Gesteinsmehl ist für alles gut, z.B. auch als Rasendünger ! “

Die Sache mit dem Rückschnitt

 

Beim Rückschnitt von Lavendel und Co kommt es auf das

Alter der jeweiligen Pflanze an. Bei einem alten, bereits

verholzten Exemplar sollte man lediglich nach der Blüte

die frischen Triebe um ein Drittel einkürzen, niemals ins

alte Holz schneiden. Bei einer jungen Pflanze kürzt man

nach der Blüte ebenfalls um ein Drittel, der radikale Rückschnitt

– und hier sollte man sich wirklich zu einem Solchen

überwinden – erfolgt erst im Frühling nach den letzten

Nachtfrösten. So bleibt der Lavendel schön grün und

buschig. Genauso sollte man auch mit anderen mediterranen

Halbsträuchern, wie z.B. Thymian, Heiligenkraut, Currystrauch

oder Salbei verfahren.

Bei den Stauden, also den mehrjährigen, nicht verholzenden

Blumen in unseren Gärten kann man entweder im

Herbst, oder auch erst im Frühling den jährlichen Rückschnitt

auf 2-3 cm vornehmen.

Hier noch ein kleiner Extratipp für die `ordentlichen´ Gärtner,

die bereits im September alles fein säuberlich abschneiden

und wegräumen: Lasst doch einfach mal das

eine oder andere über den Winter stehen, z.B. so stabile

Schönheiten wie die Fette Henne, den Sonnenhut oder die

Schafgarbe. Die Vögel werden es Euch danken und Ihr

werdet staunen, in was für Winterschönheiten sich die

Stängel und Samenstände durch Reif und Schnee verwandeln –

und die alten Blätter und Stängel sind ein wunderbarer Winterschutz für die Stauden!

.

Übrigens: Gräser sollten allgemein erst im Frühjahr geschnitten

werden, da sonst durch die offenen Stängel das

Wasser eindringen und die ganze Pflanze verfaulen kann.

 

Raureif auf Crysantheme
Raureif auf Allium

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